Ich bin Mainstream. Na und?

24. Februar 2019 - 18:00
Weshalb es egal ist, ob du Mainstream bist oder nicht. Mehr zum Thema Mainstream findet ihr in diesem Blogpost und meine persönliche Sichtweise dazu.

Alles muss anders sein, wilder, schöner, aufregender, bunter und eben Hauptsache anders!

Ich frage mich, woher diese Abneigung gegen den Mainstream kommt? Weil man dann vermeintlich seine Besonderheit verliert? Nichts Besonderes mehr ist? Ab welchem Grad ist man denn überhaupt besonders und wer liegt diesen Grad fest? Oder ist es die Angst, in der schnelllebigeren Welt unterzugehen, wenn man zu "normal" ist? Und ist man dann nicht irgendwie ständig in einer Art gehetztem Gefühl, wenn man nicht Mainstream sein will, weil Trends ja gerade in unserer heutigen Zeit sich ziemlich schnell verbreiten und etwas Besonderes so ebenfalls ziemlich schnell als Mainstream gelten kann? und ist das, was für jemanden als besonders gilt, für jemand anderes nicht vielleicht sogar normal?

Mir wurde vor einiger Zeit mitgeteilt, dass ich so ziemlich alles bin, nur nicht Mainstream – es war als Kompliment gedacht. Das erste was mir jedoch in den Sinn kam war die Frage „hm…was ist denn so schlimm und schlecht am Mainstream?“.

Ob ihr es glaubt oder nicht, ich bin sehr gerne Mainstream. Ich liebe es Radio zu hören. Selbstverständlich einen Standardsender, seit Monaten die englische Version von Bayern3 – BBC. Und das auch nur, weil ich mein Englisch weiter verbessern will. Ich fahre wie viele Münchner und vermutlich noch 100 Millionen Menschen auch, einen MINI. Zwar eine Sonderedtion, jedoch auch nur, weil ich damals bei der Bestellung ansonsten meine Wunschfarbe *Achtung* Dunkelgrau nicht bekommen hätte :D  

Ich gestehe, ich bin lieber Mainstream, als ständig auf der Suche nach dem AndersSein zu sein. Dieses Suchen verbinde ich persönlich mit einem ständigen gehetzt sein, weil man muss ja schnell sein, damit man etwas findet, was es so noch nicht wirklich gab und was so bisher nur ganz wenige kennen. Und das ist so gar nicht meines. Auch wenn ich damals als Einkäuferin ständig auf der Suche nach besonderen Produkten war, habe ich das Besondere nie davon abhängig gemacht, wie stark es schon verbreitet war.

Viel wichtiger finde ich, authentisch zu sein. Weil was passiert denn mit denen, die auf keinen Fall Mainstream sein wollen? Ich behaupte mal, dass sie ständig in der Veränderung sind, weil das was heute aussergewöhnlich ist, kann morgen schon Mainstream sein. Also muss ich ständig auf der Hut sein, um auf keinen Fall Mainstream zu werden. Ergo ständige Veränderung.

Bedeutet eine ständige Veränderung nicht auch, keine Wurzeln schlagen aka sich zu verwurzeln aka erden zu können? Für mich schon. Und wenn ich gerade in der jetzigen schnelllebigen Zeit nicht verwurzelt und stabil in mir bin, wann dann?

Für mich wäre das so, als würde ich jede Woche meine Wohnung umstellen und mal ehrlich? Wer von uns macht das? Ich auf jeden Fall nicht. Ich will mich in meinen vier Wänden wohl fühlen…bis es passend eingerichtet ist, kann es dauern, dafür bin ich das und das spiegelt sich dann auch darin wider. Und wenn ich dann eben einen besonderen Einrichtungsgeschmack habe, dann ist das eben so. Es ist jedoch eben meiner, keiner, der von außen auferlegt oder erwartet wurde. 

Die Einrichtung könnt ihr als Sinnbild für eure eigenen Eigenschaften nehmen ;-)

Wenn ihr das Gefühl habt, ihr müsst anders sein, um zu gelten – jemand oder besonders zu sein, dann solltet ihr euch folgendes bewusst machen: ihr seid bereits etwas Besonderes! So wie ihr auf die Welt gekommen seid, so wie ihr seid. Weil dieses besonders sein uns allen bereits von Natur aus mitgegeben wurde. Jeder von uns ist ein Unikat!

Wenn euch dieser Gedanke schwer fällt, dann macht bitte unbedingt die Spiegelübung, die ich in diesem Blogpost erwähnt habe „Das Leben liebt dich!

Und wenn du das Gefühl hast, du wärst gerne mehr Mainstream und fühlst dich jedoch innerlich ständig anders und ausserhalb von der Norm, dann feier dich bitte mindestens genauso, wie wenn du Mainstream wärst! Denn das einzige was du bist, ist anders zu sein. Nicht mehr, nicht weniger. Einfach nur anders und das ist auch gut so. Und lass dich von den Leuten gern haben, die dir sagen „du musst mehr so oder so sein!“ oder „was die Nachbarn sagen, wenn…“ – das hat nichts mit dir zu tun. Vielleicht erinnerst du dich an das Lied "Lasse reden" von den Toten Hosen? Die bringen das ganz gut auf den Punkt.

Was schließen wir daraus? Wir können uns also alle entspannen und einfach wir selbst sein. Gut nicht? Vollkommen gleich, ob Mainstream oder nicht – jedoch bitte hört auf, euch selbst zu stressen, nur weil ihr besonders sein wollt. Mainstream ist nur ein Begriff und letztendlich das, was ihr daraus macht.

Macht euch lieber bewusst, welche Vorteile es hat, dass ihr so seid wie ihr seid und fokussiert euch auf die positiven Dinge. Das Schlechte könnt ihr den Nachbarn überlassen, die sonst nichts zu tun haben ;-)

IdS: lasst es gut gehen! und feiert euch, so wie ihr seid :-)

Bin gespannt, wie ihr über dieses Thema denkt…

Cheers,
Beyhan

PS: die Bilder sind von der letzten Pfingstrosen-Saison :-)

Kommentare

Liebe Beyhan,

So ist es: Viel wichtiger ist authentisch zu sein. Alles andere geht uns nichts an. ;-)

Liebe Grüße

Laura T.

Liebe Laura,
du bringst es auf den Punkt :D

Danke für deine Gedanken dazu!

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