Hereinspaziert! Es geht in die schönste Werkstatt Münchens

13. Dezember 2015 - 13:00
Hausgemachter Schokoladenkuchen mit Orangenmarmelade und dunkler Schokoladenglasur in der Kuchenwerkstatt München.

Man nehme zwei Freundinnen, ein Gedanke und fertig ist die beste Zutat, um spontan in der Kuchenwerkstatt zu landen. Die Kuchenwerkstatt steht schon seit längerem bei mir auf der Liste „will ich unbedingt mal hin“. Als Empfehlung von Carola. Ihr erinnert euch? Und meine Freundin wollte mir die Kuchenwerkstatt unbedingt mal zeigen, weil so schön x lecker und Bine (ihre Schwägerin) rein zufällig auch die Kuchenbäckerin kennt! Wenn das mal nicht die besten Zutaten für einen gelungenen Aufenthalt in der vermutlich gemütlichsten Werkstatt Münchens sind.

Die Kuchenwerkstatt ist ein Tagescafe, mit einer sich täglich wechselndem Suppen- & Kuchenangebot. Alles hausgemacht und das schmeckt man auch, weil richtig lecker und frei von irgendwelchen künstlichen Geschmacksverstärkern und Fertigbackmischungen. Neben der wunderbaren Kuchenauswahl gibt es noch süße Spezialitäten wie Florentiner, Mini-Cupcakes aus Schokolade, Weihnachtscookies, Plätzchen, Tee, Wein, Fruchtgummis…ihr seht – hier wird jede Naschkatze glücklich. Und das Sahnehäubchen an in dieser Kuchenwerkstatt ist: taataa der unheimlich freundliche Service! Sooo nett und zuvorkommend. Einfach Zucker – in jeder Hinsicht.

Weil
  • Wir wollten vorweg noch die Tagessuppe probieren. Wussten aber nicht, ob wir die auch mögen – weder meine Freundin, noch ich hatten jemals zuvor eine Sauerkrautsuppe. Kurzerhand und vollkommen unkompliziert hat man uns angeboten, eine kleine Portion davon zu probieren. Sollte sie schmecken und wir mehr haben wollen, dann könnte man ja nochmal bestellen. Yeah! Die Suppe war übrigens lecker und das Brot mmmh…
  • Nach einer kurzen Pause haben wir uns der üppigen Kuchentheke zugewandt. Weil wir uns auch hier nicht wirklich entscheiden konnten, meinte die Mitarbeiterin, dass wir das was wir nicht schaffen, später einfach einpacken und mitnehmen könnten. So einfach ist das. Und so einfach haben wir es dann auch hier  gemacht und uns für mehrere Stücke entschieden. Zuvor haben wir eine Reise durch die Theke der Kuchenwerkstatt und das Sortiment gemacht. Diese Tour durfte übrigens jeder der Kunden machen, sofern er Lust und Bedarf nach einer Beratung hatte. Manche Stammgäste wussten allerdings gleich was sie wollten – nämlich „von allem ein großes Stück“ :D
  • …in dem Cafe irgendwie jeder Zuhause ist. Wirklich jeder. Hier fühlt sich die ältere Generation genauso wohl, wie die Business Ladies, das Pärchen (beim ersten oder 1.000sten Date), Mamis mit Kinder, Hipster und Freundinnen eben. Hier ist jeder willkommen und gern gesehen und das spürt man. Durch jede der anwesenden Mitarbeiterinnen – wahre Gastgeberinnen eben. Vermutlich eines der vielen Gründe, warum man gerne wieder kommt.

Ein anderer Grund ist – also für mich zumindest, ist die Qualität der Produkte. Der Cappuccino war geschmacklich perfekt und die Speisen jedes für sich: 1a. Eine schöne Alternative zu den ganzen chicen und sehen-und-gesehen-werden-Cafes, die zwar ganz nette Sachen haben, aber geschmacklich…also ja, Dingens. Die Priorität liegt hier einfach woanders.

Die Einrichtung ist so ein gemütlicher Mix aus Shabby-Chic, Alpiner Style und Vintage. Dank der hohen Decken wirkt es trotz der Vielfalt schön luftig und alles andere als vollgestellt.

Bei der Kuchenauswahl hatten wir uns übrigens für diese drei Sorten entschieden:

  • Schokoladenkuchen mit Orangenkonfitüre und Schokoglasur
  • Bratapfel-Rahmkuchen mit einem Mandelboden
  • Apfelkuchen mit ganzen Macadamias

Sämtliche vorhandene Süßigkeiten und Kuchenstücke können übrigens auch so mitgenommen werden – ohne dass man vorher vor Ort vorgenascht hat.

Alles genau nach meinem Geschmack. Der Bratapfel-Rahmkuchen hat mich etwas an den Schmandkuchen erinnert. Nur war der etwas cremiger und der Schokoladenkuchen mit Orange an einen Kuchen, den ich vor über 10 Jahren gefühlt täglich gebacken habe. Das waren Zeiten :-) Hab euch mal das Rezept rausgesucht. Vielleicht ist das ja auch was für euch?

Schokoladenkuchen mit Nuss

Zutaten für eine runde Springform mit 26 cm Durchmesser

  • 150 g Blockschokolade
  • 150 g Butter / Margarine
  • 150 Zucker
  • 3 Eigelbe
  • 3 Eiklar (Eiweiss)
  • 100 g Roggen- oder Weizenmehl
  • 100 g feiner gehackte Nüsse (Mandeln oder Haselnüsse)
  • Fein gemahlene Nüsse oder Mehl für die Springform
  • 400 g Fruchtpüree nach Wahl z.B. Himbeere, Birne, Pflaume, Erdbeere, Aprikose
  • 1 Kuchenglasur Zartbitter

 

Zubereitung

Die Springform ausfetten und mit  gemahlenen Nüssen oder Mehl ausstreuen. Wenn ihr Mehl verwendet, dann die Form nochmal leicht ausklopfen.

Den Backofen auf 180 °C vorheizen (Umluft).

Die Blockschokolade über ein Wasserbad schmelzen lassen. Dabei darauf achten, dass kein Dampf an die Schokolade kommt, da diese sonst klumpig werden kann. Zur Seite stellen und abkühlen lassen.

Eiklar mit 70 g Zucker schaumig schlagen und bis zur weiteren Verwendung kühl stellen.

Die Butter mit restlichem Zucker schaumig rühren, die abgekühlte Schokolade, die Eigelbe und die Nüsse untermischen. Das Mehl über die Masse sieben und unterrühren. Anschließend das Eischnee vorsichtig unterheben und in die Springform geben.

Der Kuchen kommt nun für 40 – 45 Minuten bei 180 °C in den Ofen. Für ein optimales Backergebnis die zweite Schiene von unten verwenden.

5 Minuten bevor der Kuchen fertig ist, das Fruchtpüree leicht erwärmen. Den fertig gebackenen und noch warmen Kuchen aus dem Ofen nehmen – unbedingt in der Form lassen – und die Frucht darüber geben. Entweder alles auf einmal oder Schichtweise, bis der Großteil eingezogen ist. Am besten, wenn ihr den Kuchen über Nacht stehen lässt.

Sobald die Fruchtschicht gut eingezogen ist, die erwärmte Schokoladenglasur über den Kuchen geben und abkühlen lassen. Fertig zum Genuss!

Der Kuchen schmeckt am besonders lecker am nächsten Tag, deshalb ist er auch der optimale Kuchen für die Weihnachtstage. Er lässt sich wunderbar und ganz entspannt ein bis zwei Tage vorher zubereiten. Ergänzt um 1 Teelöffel Zimt bekommt er dann auch noch eine extra Prise an Weihnachtszauber…

Tipp // je süßer das Fruchtpüree, umso dunkler sollte die Glasur sein. Ansonsten kann auch mal eine hellere oder sogar eine leckere Haselnussglasur verwendet werden.

Ach ja, wir haben übrigens vor Ort nicht erwähnt, dass wir über Bine miteinander quasi verwandt sind und so. Schließlich wollten wir inkognito uns so verhalten wie immer ohne einen Anruf a la „was macht ihr denn solange dort?“ zu bekommen: stundenlanges den Platz und Tisch blockieren, quatschen, lachen und genießen. Mehr Kuchenstücke bestellen, als pro Person gezählt werden kann und und und…eines ist klar – die Kuchenwerkstatt ist voll und ganz nach meinem Geschmack und wenn ich könnte, dann würde ich selbst mein Auto hier zur „Reparatur“ vorbei bringen. So werden es halt nach und nach andere vorhandene Familienmitglieder und Freunde. Terminvereinbarungen können direkt hier im Kommentarfeld oder persönlich bei mir abgegeben werden ;-)

Cheers,

Beyhan

PS: bevor ihr gleich losrennt, um die Kuchenwerkstatt auszuprobieren - Sonntags ist der einzige Tag, an dem die Werkstatt geschlossen bleibt...Öffnungszeiten und weitere Informationen findet ihr hier.

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