Kapstadt Guide – Best Travel Tipps III

1. August 2017 - 18:00
Der beste Reiseführer / Travel Guide für Cape Town, Kapstadt und MotherCity! Insider Empfehlungen und hilfreiche Tipps für die Reise.

Heute nehme ich euch mit zu meinem dritten und somit letzten Teil der „Kapstadt Guide – Best Travel Guide“.

 

Das Ganze hat sich jetzt ungewollt hinausgezögert, wieso und weshalb erfahrt ihr im letzten Abschnitt…jetzt erstmal rein in die Vergnügungsmeile und auf geht’s n die erste „Station“ von diesem Guide!

 

Bree Street vs Long Street

Die erste Station führt uns diesmal nämlich in die berühmten Straßen von Kapstadt – wo sich so ziemlich vieles abspielt und auch ich so meine zum Teil lustigen, aber auch verwirrenden Erlebnisse hatte…

Ich behaupte mal, dass diese zwei Straßen sind die Hauptstraßen in Kapstadt sind, wenn es um Essen gehen, Nightlife & Co. geht. Vor Ort meinte mal jemand „Bree Street ist für die Erwachsenen und Long Street für die jungen Partyleute“ und ja, ich bin die Long Street nur entlang gelaufen, wenn es sein musste und ein Abend dort während meines gesamten Aufenthaltes hat mir mehr als gereicht…die Long Street war so gar nicht meins und hat mich immer an so eine Partymeile a la Ballermann erinnert. Wer jedoch auf der Suche nach so etwas ist, ist in der Long Street richtig.

Ansonsten finden FoodLiebhaber vor allem in der Bree Street ihr GenussGlück!

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Sicherheit

Hier hatte ich ja im Vorfeld alles Mögliche gehört. Von bis und überhaupt…meine Einschätzung: wenn ihr Abends unterwegs seid, vollkommen gleich ob alleine oder zu zweit, nehmt euch ein Uber. Nachts sind die fast leergefegten Straßen deshalb gefährlich, weil sollte man überfallen werden, dann ist niemand da, der helfen kann und die vollen Straßen ziehen die Taschendiebe an. Deshalb: Uber! Mehr zu Uber im Travel Guide Part I

Tagsüber könnt ihr so gut wie überall unterwegs sein, auch zu Fuß. Da kann man zwar auch euren Geldbeutel oder das Handy aus der Hosentasche klauen, jedoch könnt ihr beide Dinge ja auch woanders unterbringen, als in eurer Hosentasche ;-)

Verwendet zudem eine (Hand-)Tasche, die einen Reissverschluss hat und verzichtet auf Rucksäcke.

Wenn ihr mit Karte bezahlt – vollkommen gleich ob Restaurant oder beim Shoppen, habt immer eure Kreditkarte in den Augen. Die ehrlichen Restaurants haben mittlerweile mobile Kartenlesegeräte, sodass man nicht die Karte mitnehmen muss, sondern das Gerät zu euch an den Tisch bringen kann.

Wenn ihr mit dem Auto unterwegs seid, dann lasst nichts, wirklich nichts auf der Rückbank oder auf dem Beifahrersitz. Das Prinzip „Smash and Grab“ = Autoscheibe an der Ampel mit einem Stein einschlagen und die Tasche aus dem kaputten Fenster raus klauen, ist leider eine mögliche und gängige Option. Wenn es nichts zu „grab“ gibt, dann ist auch ein „smash“ sehr unwahrscheinlich. Am besten alles im Kofferraum verstauen.

Ich war am frühen Abend dennoch oft noch zu Fuß unterwegs und dann kamen schon die ersten, die eine Kleinigkeit haben wollten. Was ich ziemlich schnell gelernt hatte war, dass wenn man „No“ sagt, dass sich das relativ schnell auch erledigt. Ignoriert man sie hingegen, dann geben sie die Hoffnung nicht auf, dass man auch mit Geld oder irgendwas reagiert. Wenn ihr nichts gegeben wollt – wozu ich euch auch rate – dann sagt es lieber gleich. Was ihr stattdessen machen könnt, schreibe ich euch gleich noch in einem der folgenden Punkte auf.

Man wird in den seltensten Fällen angefasst, wirklich seltenst. Deshalb seid euch bewusst, sollte jemand dennoch auf Tuchfühlung mit euch gehen, dann nur, um euch das Handy oder den Geldbeutel oder sonstige Wertgegenstände zu entwenden. Ansonsten sollte euch bewusst sein, dass die meisten Menschen auf der Straße wirklich nur etwas zum Überleben möchten.

In die Townships nur in Begleitung bzw. nur zu den offiziell öffentlich zugängliche Bereiche gehen. Und dort auf die Vorgaben achten, was man mitnehmen kann und was man dann doch lieber Zuhause liegen lassen sollte. Ach ja, wer in den Townships auch noch etwas Besonderes wie z.B. ein traditionelles Braai erleben will, der findet alles wissenswerte dazu hier: Mzoli's

Im Großen und Ganzen kann man sagen, dass Kapstadt – vor allem tagsüber – sicher ist und falls, dass man es eher auf eure Wertsachen abgesehen hat, als auf euch persönlich. Ihnen ist nämlich bewusst, dass sie mit Gewalttaten der eigenen Stadt mehr Schaden anrichten würden, als sie ihre Vorteile damit hätten…

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Land & Leute in Kapstadt

Ich hatte das große Glück, durch viele Open-Minded Einheimische so ziemlich viel von Land, Leute, Geschichte und Kultur aus erster Hand zu erfahren. Falls ihr euch auch mal ausserhalb der üblichen Touristenguides einlesen wollt, hier mal ein paar Links

 

„Social Skin“ w/ Karina Turok
Falls ihr wie ich dem Irrglauben erlegen seid, dass die fehlenden Vorderzähne mit einer schlechten / mangelnden Zahnpflegeversorgung zusammenhängt, dann kann ich euch jetzt sagen: dem ist nicht so. Wieso manche Menschen mit einer großen Zahnlücke leben, könnt ihr ab Seite 39 (pdf-Angabe) nachlesen, aber bitte nur, wenn ihr es wirklich wissen wollt...
Social Skin


Saartjie Baartman / Sarah Baartman – die berühmteste Khoikhoi Südafrikas
Ich weiß gar nicht, wie ich euch Sarah oder ihre Geschichte am besten beschreiben soll. Mich hat das Verhalten ihr gegenüber von der sogenannten „zivilisierten“ Bevölkerung sprachlos gemacht.

Denke, am besten ist es, wenn ich einfach ein paar lesenswerte Artikel verlinke

Ach ja, falls sich jemand unsicher sein sollte: der Begriff "Hottentoten" ist ein Schimpfwort...
 

Khoisan People
Das sind die älteste existierende Menschengruppe auf der Welt. Sie verwenden für die Verständigung lediglich 3 Klicks – was beweist, dass man für eine gute Kommunikation kein unendliches Sprachbild braucht, sondern nur das richtige.

Mehr dazu unter anderem hier: wikipedia.org/wiki/Khoisan und hier auf YouTube Khoisan click language
 

Howzit?
Das bekommt ihr so ziemlich oft zu hören :D und ist Teil des Africaans Slang. Wer mehr davon wissen will, der findet hier einige Ausdrücke und Phrasen:
Cape Town Slang

Ach ja, wenn euch jemand „Mama“ nennt, dann nicht, weil er / sie euch als seine / ihre Mama ansieht, sondern als eine respektvolle Anrede für eine ältere weibliche Person verwendet. Fragt nicht, wie ich geschaut habe, als ich das erste Mal so angesprochen wurde…:D
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Armut

Die ist hier extrem. Wirklich extrem. Mir ist bewusst, dass wir auch in Deutschland Menschen haben, die Hungern. Jedoch hat bei uns im Gegensatz zu hier, jeder die Möglichkeit Hilfe zu beantragen…auch habe ich noch nie jemanden in Europa gesehen, der freiwillig die Essensreste von einem Abfalleimer an der Bushaltestelle gegessen hat, weil er so Hunger hatte. Oder vor der Müllabfuhr schnell noch den Haushaltsmüll der reicheren Bevölkerung durchwühlt hat, um wenigstens irgendwas für die Familie zum Essen zu haben. Und ich rede nicht, von den prall gefüllten Müllcontainern von Supermärkten…sondern zum Großteil oft vergorenen Essensresten aus dem Hausmüll. Vergoren deshalb, weil es in Südafrika an sich immer warm oder heiß ist und weil die Mülltonnen in den meisten Fällen unter der Woche mit einem Schloss versehen sind.

Worüber sich die armen Menschen hier auch sehr freuen, sind so für uns banale Dinge wie eine Flasche Wasser, eine Packung Milch – keine Süßigkeiten, die halten die Familie nicht satt. Dafür lieber Gemüse und solche Dinge.

Man geht hier jetzt nicht mit den Menschen zum Einkaufen, man kann sich jedoch sicher sein, dass man entlang der Long Street, Kloof Street & Co. immer auf jemanden treffen wird, der etwas von einem möchte und deshalb kann man, wenn man möchte schon vorsorglich einkaufen. Trifft man auf niemanden, der etwas möchte, dann einfach an der nächsten Bushaltestelle liegen lassen oder am nächsten Tag „verteilen“ – sprich jemanden geben, der euch anspricht.

Auf keinen Fall solltet ihr Geld geben. Sobald ihr einmal damit anfangt, sprich einem etwas gibt, dann stehen schon die nächsten da und dann nochmal die nächsten und die nächsten und …beim Geld ist auch nicht wirklich sicher gestellt, ob die das fürs Essen verwenden, oder für Drogen. Denn auch das ist ein Thema in der Stadt.

Auch wenn hier in Kapstadt auch der Reichtum und die Mittelschicht stark vertreten sind, ist der Anteil der Armen einfach erschreckend groß.

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Fazit…

Da war seit ca. 2 Jahren so ein Gefühl, dass ich nach Kapstadt muss. Wieso und weshalb, das hat sich dann tatsächlich für mich dann am Ende der zweiten Woche geklärt…es hat etwas mit meinen eigenen Wurzeln zu tun und die Gelegenheit, mal aus einer für mich unvoreingenommen Situation heraus, auch meine eigene Geschichte näher zu betrachten. Vielleicht schreibe ich mal darüber einen Blogpost, mal sehen…aktuell ist es noch zu frisch und trotz der gewonnenen Klarheit, noch zu unsortiert in meinem Kopf.

Ansonsten bewegte sich meine Gefühlwelt hauptsächlich zwischen „müde“, „hungrig“ und dem Gedanken „schizophren“.

Schizophren deshalb, weil man hier einerseits im völligen Überfluss lebt und man sich von der Flut an Lebensmitteln wie in London, allerdings mit Meerblick, gefühlt hat und andererseits diese extreme Armut…dieses um für uns banale Dinge wie Wasser betteln zu müssen. Das ist so schrecklich und für mich schwer in Worte zu fassen.

Auf der einen Seite dieser enorme materielle Luxus – sei es die zahlreichen Sportwägen, die Yachten und das Knallen von Champagnerkorken und andererseits...diese verdammte Armut.

Diese Wasserverschwendung zur einen für z.B. die Pools in den Hotels und Privathäusern, obwohl das Meer sich auf der anderen Straßenseite befindet und dazu dieser extreme Wassermangel.
Mehr dazu auf www.howmanydaysofwaterdoescapetownhaveleft.co.za

Da gibt es diejenigen, die täglich ins Fitnessstudio sind oder zum Tennis oder Golfen, um von dem vielen Essen schlank zu bleiben und dann gibt es einen Großteil der Bevölkerung, die sich sehnlichst diese Fettpölsterchen wünschen würden…

Und ich mittendrin und war ständig von sämtlichen Gefühlen übermannt. Ich bin überzeugt, hätte man mir vorab gesagt, was mich genau vor Ort erwarten wird und welche Optionen zur Hilfe Verfügung stehen, dann hätte ich mich auch anders organisiert, vieles mitgenommen, was ich hier zu viel habe und dort gebraucht werden kann. Auch wenn ich dadurch das eigentliche Problem der Armut sicherlich nicht gelöst hätte, so hätte ich jedoch das Leid von einigen etwas mildern können und selbst wenn es nur das einer einzigen Person gewesen wäre.

Ich war hier das erste Mal froh, wieder nach Hause zu fliegen und da dachte, nie wieder zurück kommen zu können, weil es mir zu viel wurde. Und dennoch bin ich jetzt mit einem gewissen Maß an Abstand überzeugt, dass ich nochmal nach Kapstadt fliegen werde.

Die Stadt ist unglaublich einzigartig und die Menschen wunderbar. Mir ist bewusst geworden, dass man mit dem Tourismus auch die Menschen dort vor Ort fördert und solange man kein Hochmut versprüht, vielleicht auch dem ein oder anderen hilft, kann so ein Aufenthalt von „Ausländern“ auch für die Menschen vor Ort von größerem Vorteil sein.

Entweder hatte ich mich einfach vorab falsch eingelesen oder und die aus meinem Bekanntenkreis haben es anders empfunden als ich – ich hätte mir gewünscht zu wissen, was man hätte vorab machen können, um auch einen sozialen / positiven Impact für die Reise zu haben…mir ist vollkommen bewusst, dass der Wohlstand dieser Menschen nicht von mir abhängt, mir hätte es jedoch auch nicht weh getan, meine Sachen, die ich Zuhause habe und die man hier besser gebrauchen hätte können, zu teilen…und wenn ich damit auch nur einer einzigen Person helfen kann, dann werde ich das auch tun.

Deshalb ist für mich klar, dass ich das nächste Mal

  • Kleidung mitnehmen werde. Durch meine kleine und schlanke Statur finden sich hier die perfekten Abnehmer für Dinge, die schon viel zu lange im Schrank hängen.
  • Ich Aaliya bei Ihrem Kinderprojekt Rainbow Dreamers- Volunteer Project intensiver unterstützen werde.
  • Die ärmeren Menschen vor Ort auch mehr mit Lebensmittel und Wasser unterstützen werde.
  • Karen – die bei Teil II erwähnte Reiseführerin – ist übrigens auch eine gute Anlaufstation, da sie vor Ort ist, die Nähe zu den Townships hat und genau weiß, wer und wo welche Hilfe benötigt.
  • Bei Anita habe ich die Seite www.aktiongegendenhunger.de entdeckt, vielleicht auch für euch eine Option zu helfen?

Diese enormen Gefühlsschwankungen waren der Hauptgrund, weshalb ich mit den Postings so lange gebraucht habe. Das Ganze für mich zu sortieren - emotional und geistig hat diesmal ziemlich lange gedauert...und auch wenn mir schon bewusst war, dass in Afrika eine Armut herrscht, so ist diese doch nochmal anders, wenn man dieses extreme Ausmaß sieht und dazu in Relation den enormen Reichtum. Es hat mir zudem einfach nochmal gezeigt, dass das lediglich mit Glück zu tun hat in einem materiell reichen Land geboren zu werden...

Nichtsdestotrotz ist dieses Land und seine Leute auf jeden Fall eine Reise wert!

Daher wünsche ich euch jetzt schon mal eine gute und schöne Reise, falls ihr Fragen habt, dann diese einfach im Kommentarfeld hinterlassen…

Wer die anderen Teile verpasst hat:

Kapstadt Guide – Best Travel Tipps I

Kapstadt Guide – Best Travel Tipps II

Kapstadt Guide – Best Places to Eat x Drink

Kapstadt Guide – Best Food Markets

Dazu findet ihr noch viele Empfehlungen unter der Suchfunktion „Cape Town“.

Cheers,

Beyhan

PS: ich habe auch diesmal wieder eine eigene Pinnwand auf Pinterest erstellt - wer will, hier habe ich bereits einige weitere Tipps, Bilder & Co. hochgeladen und werde im Laufe der Zeit die Pinnwand weiterhin auffüllen

Kapstadt

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